Leute mit Organspendeausweis werden weniger lang reanimiert

Erstellt von Marconia am 16. Februar 2003 um 23:27 Uhr

Eher das Gegenteil wäre der Fall, wenn denn jemand von diesem Organspendeausweis wüsste. Organe werden nämlich nur Hirntoten entnommen, also Menschen, bei denen das Herz schlägt, das Gehirn aber aufgrund eines Sauerstoffmangels abgestorben ist. Dies ist in der Regel nur nach erfolgreicher Reanimation der Fall, da das Herz eine längere Ischämie-(Mangeldurchblutung)toleranzzeit besitzt als das Gehirn. Bei richtigen Leichen sind die Organe unbrauchbar, da sie ohne Blutversorgung sehr schnell absterben. Also wer noch keinen Spendeausweis hat, sollte nochmal drüber nachdenken.


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Kommentare zu diesem Ammenmärchen (Kommentar schreiben)

  1. Capalio1 hat am 22. Februar 2003 um 11:38 Uhr geschrieben:
    Stimmt
    Meine Erfahrungen belegen, dass Patienten als Zustand nach Reanimation nur noch Niere und Leber entnommern werden. Das Herz ist durch die Mangeldurchblutung bereits zu geschädigt, die Lunge muss als grundsätzlich geschädigt angenommen werden. (Ist zwar laut Aussage vieler Ärzte in 99% der Fälle Schwachsinn, aber Regeln sind Regeln.)
    Gruß,
    J.-

  2. Reddi hat am 08. September 2003 um 00:57 Uhr geschrieben:
    Naja
    Erstmal muss man wissen, dass jmd. einen Spende-Ausweis besitzt. Desweiteren werden ALLE gleich behandelt. Auch jemand der keinen Ausweis hat, wird genau so lange reanimiert, wie jemand der einen hat. Wie lang und ob Reanimiert wird hängt von den vielen Faktoren ab - eine kleine Auswahl: Ethik, Alter, Vorerkrankungen, Umstände (Unfall/Erkrankung), ...

  3. Marconia hat am 11. September 2003 um 10:33 Uhr geschrieben:
    Reddi, was heißt hier Naja?
    Deine Aussage widerspricht gegen nichts was ich gesagt habe.

  4. Yvoju hat am 23. Juli 2004 um 21:06 Uhr geschrieben:
    Ein ganz großer Irrtum
    Das ist ein ganz großer Irrtum

    Ich bin zurzeit mit einer Ausbildung zum Rettungssanitäter beschäftigt.

    Die rechtliche Seite: Jeder wird solange reanimiert bis klar ist, dass keine Chance mehr besteht, sonst ist dieses Verhalten ein Verstoß gegen den § 323c Stgb der unterlassenen Hilfeleistung und man kann dafür haftbar gemacht werden.
    Selbst wenn der Patient auf der Stirn stehen hätte oder einen Zettel dabei hätte, dass er nicht reanimiert werden möchte, muss wieder belebt werden laut 323 Stgb. Die einzige Ausnahme ist, wenn er eine nicht älter als ½ Jahr alte notarielle Beglaubigung mit sich trägt.

    Handhabung in der Praxis: Auch in der Praxis wird solange reanimiert, bis feststehend ist, dass es keine Aussicht mehr für den Patienten gibt. Ich kenne niemanden der es nicht bis zum Schluss versucht. Viele reanimieren sogar noch, wenn es eigentlich keine Hoffnung mehr gibt.

    Wenn man außerdem darüber nachdenkt, ist das doch gar nicht möglich, ein Arzt, der gerade auf einer Station Dienst hat (solange es nicht Standartstation ist) bzw. Rettungsdienstpersonal, ist doch überhaupt nicht darüber informiert, ob der Patient einen Organspenderausweis hat. Und wenn die Sympthome eines Kreislaufstillstandes vorliegen, wird schnellstmöglichst reanimiert bzw. defibriliert

  5. Andreas hat am 07. September 2004 um 20:04 Uhr geschrieben:
    Organspendeausweis hin oder her....
    Dich hat als Rettungssanitäter auf der Straße gar nicht zu interessieren ob der Patient einen Organspendeausweis bei sich trägt oder nicht. Weil dieser wird sowieso erst im Krankenhaus relevant. Also....immer schön weitermachen.

  6. TJ hat am 15. Februar 2010 um 18:46 Uhr geschrieben:
    Also, ich bin nicht so lange reanimiert worden - aber- ok, bin ja nun auch tot! Übrigens: wer früher stirbt, ist länger tot!

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