Wer destilliertes Wasser trinkt, stirbt.

Erstellt von Arie am 27. November 2001 um 13:00 Uhr

Stimmt nicht. Wohl trifft es zu, daß destilliertes Wasser keine Salze enthält, aber daß deshalb, wer es trinke, ein Opfer der Osmose werde, ist eine Legende. Und die lautet wie folgt: Die Körperzellen versuchen den Konzentrationsunterschied auszugleichen, pumpen sich immer weiter voll, bis sie schließlich platzen und der Wassertrinker jämmerlich zugrunde geht. Zum Glück ist der Körper nicht ganz so empfindlich. Den größten Teil der Salze und Mineralien nimmt er ohnehin über die feste Nahrung auf. Schon im Magen wird Festes und Flüssiges vermengt, und es tritt noch die körpereigene Säure dazu, so daß keine Zelle mit völlig salzfreiem Wasser in Berührung kommt. Der beste Gegenbeweis für die angebliche Todesgefahr sind Menschen, die seit Jahren destilliertes Wasser trinken und putzmunter durchs Leben gehen. Es gibt sogar eine Bewegung, die Aqua destillata als gesundheitsförderndes Heilwasser propagiert. Im Internet wirbt der Münsteraner Rolf Heckemann unter dem Motto "Test the Dest" für den Selbstversuch. Er will herausgefunden haben, daß destilliertes Wasser die Nierentätigkeit fördere (man muß mehr pinkeln), daß es Sodbrennen verhindere und daß es dem Genießer ganz neue Geschmackserlebnisse beschere, wenn man Kaffee oder Tee damit koche. Außerdem entferne die Destillation alle Schadstoffe aus dem Trinkwasser. Ernährungswissenschaftler stehen solchen Thesen eher skeptisch gegenüber. Ulrich Schlemmer von der Bundesforschungsanstalt für Ernährung akzeptiert allenfalls die Verwendung für Tee oder Kaffee, weil weiches (also kalziumarmes) Wasser tatsächlich den Geschmack verbessere. Außerdem enthielten Teeblätter und Kaffeebohnen Salze, die sich im Wasser lösen würden. Warum aber den ganzen Aufwand treiben, wenn das, was aus deutschen Wasserhähnen fließt, "nach wissenschaftlichen Erkenntnissen unbedenklich" sei? Jedenfalls hält es der Physiologe für groben Unfug, die Ernährung auf destilliertes Wasser umzustellen. Wenn auch keine Lebensgefahr bestehe, so entziehe das Destillat den Zellen doch Natrium- und Kaliumionen und könne so auf die Dauer den Elektrolythaushalt des Körpers durcheinanderbringen.

Quelle: http://www.zeit.de/stimmts/1997_39_stimmts.html


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Kommentare zu diesem Ammenmärchen (Kommentar schreiben)

  1. choko hat am 28. Oktober 2002 um 22:21 Uhr geschrieben:
    guter kaffee
    ich weiß nur, das zu weiches wasser nicht gut ist für kaffee, da der kalk im wasser geschmacksträger ist. wasserenthärter die vor gewerblichen kaffeemaschinen geschaltet sind werden in der regel auf 5-7° dH eingestellt.

    gruß choko

  2. Marconia hat am 04. Februar 2003 um 15:38 Uhr geschrieben:
    Man stirbt schon daran...
    Wer destilliertes Wasser trinkt, stirbt definitiv.. es kommt nur auf die Menge an. Bei Abnahme des osmotischen Druckes im Blut kommt es zu einer Massenzunahme der Erythrozyten, diese können so stark anschwellen, dass sie platzen. Dieser Vorgang wird Hämolyse genannt und ist unbehandelt ziemlich rasch tödlich, da Wasser alleine nunmal nicht gut Sauerstoff transportiert als dass es für Organe ausreichen würde.

  3. Zorro hat am 21. Februar 2003 um 09:17 Uhr geschrieben:
    abgekochtes wasser
    Im Ayurveda gibts einen Teil, wo abgekochtes Wasser empfohlen wird.

    Dieses rege die Verdauung/Entschlackung an (Stichwort: man muss mehr pinkeln...).

  4. Zorro hat am 21. Februar 2003 um 09:17 Uhr geschrieben:
    abgekochtes wasser
    Im Ayurveda gibts einen Teil, wo abgekochtes Wasser empfohlen wird.

    Dieses rege die Verdauung/Entschlackung an (Stichwort: man muss mehr pinkeln...).

  5. Dr. mett. Wurst hat am 13. März 2003 um 09:13 Uhr geschrieben:
    Eine weitere Gefahr des Wassertrinkens
    Neben der hier erwähnten Wirkung des Wassers auf die Erythrozyten und andere Zellen sei noch erwähnt, daß hypotone Lösungen wie destilliertes Wasser (allerdings reicht hier aber auch schon Leitungswasser aus) in hohen Mengen zu sich genommen (z.B. im Rahmen einer Darmspülung) auch noch eine weitere Gefahren bergen: Die Plasma-Elektrolyte werden entlang des Gradienten ins Darmlumen gezogen, so daß die Körperflüssigkeiten entsprechend elektrolytärmer werden, so daß Wasser nicht mehr in den Gefäßen gehalten werden kann. Dies induziert im schlimmsten Fall ein (u.U. tödliches) Lungenödem.

  6. querxy hat am 28. März 2003 um 09:52 Uhr geschrieben:
    chemisch gesehen....
    Wer schon einmal einen Liter stink normales Leitungswasser in einem Glasbehälter restlos verkochen lassen hat, der wird feststellen, dass in den Glas nur noch ein kleiner Satz am Boden vorhanden ist. Selbst als ich diesen Rest zusammen gekratzt habe, bin ich nicht auf die Menge Salze gekommen, die lebensnotwenig wäre. Die Salze werde durch die Nahrung allemal mehr zugeführt, als durch das Trinkwasser. Und wie es schon genannt wurde, ist wohl kaum anzunehmen, dass einer überhaupt nix mehr ißt und sich ausschließlich von dest. Wasser ernährt....und das das Blut durch "ungesalzenes" Wasser in Mitleidenschaft gezogen wird, ist reiner Schwachsinn, denn dem Blut ist es egal, wie das Wasser da ankommt, denn verarbeitet wird immer die chemische Verbindung Wasser und die Salze darin seperat... logisch eigendlich...

  7. juppididu hat am 11. April 2004 um 08:48 Uhr geschrieben:
    @ zorro
    es geht hier um destilliertes Wasser nicht um abgekochtes. das ist ein großer Unterschied (schau mal im Chemiebuch nach)

  8. Matze hat am 24. August 2005 um 08:48 Uhr geschrieben:
    Alles ist giftig!
    Alle Ding' sind Gift und nichts ohn' Gift; allein die Dosis macht, das ein Ding kein Gift ist. (Paracelsus)

    Auch mit Wasser (ob nun destilliert oder nicht) kann man sich vergiften, wenn man nur genug am Stück trinkt - ich spreche NICHT vom klassischen Ertrinken!!

    In der Literatur sind Fälle beschrieben, in denen Personen nach exessivem Wasser"genuss" verstorben sind...

  9. toma hat am 15. April 2011 um 14:56 Uhr geschrieben:
    Trinke und koche nur- desteliertes Wasser seit 2 Jahren "nur desteliertes" bin Kerngesund!

  10. peter hat am 24. April 2011 um 21:11 Uhr geschrieben:
    habe seit 1 jahr eine directflow umkehrosmose anlage. diese liefert wasser mit ca. 4 ppm. ich trinke es und verwende es zum kochen. die pflanzen wachsen mit dem wasser auch besser, hatte früher immer probleme mit weisser fliege oder blattläusen, die sind alle weg!

  11. nur_destilliertes_wasser hat am 07. Dezember 2011 um 10:44 Uhr geschrieben:
    Trinke auch seit ca. 1Jahr nur destilliertes Wasser.
    Kein Problem, bin bei bester Gesundheit.

    Wenn ich mir den Rückstand nach der Destillation in meiner Maschine anschaue, dann wird es mir schlecht und ich möchte kein Leitungswasser mehr trinken.

  12. howdy hat am 04. Juni 2013 um 10:10 Uhr geschrieben:
    Sehr interessanter Beitrag! Man kann sein Wasser auch zusätzlich energetisieren bzw. verwirbeln...(Wasserverwirbler, Energiespirale)

  13. Jonas hat am 11. August 2015 um 12:12 Uhr geschrieben:
    abgekochtes wasser
    Im Ayurveda gibts einen Teil, wo abgekochtes Wasser empfohlen wird.

    Dieses rege die Verdauung/Entschlackung an (Stichwort: man muss mehr pinkeln...).

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