Fische fühlen keine Schmerzen

Erstellt von Fisch-Sympatisant am 08. Mai 2003 um 18:40 Uhr

Diese Märchen wird oft von Anglern erzählt, um ihr Hobby zu rechtfertigen ("Die spüren doch garnichts"). Englische Wissenschaftler haben eine Versuchsreihe mit Fischen durchgeführt und herrausgefunden, dass sie sehrwohl Schmerzen haben.


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Kommentare zu diesem Ammenmärchen (Kommentar schreiben)

  1. Joffi hat am 10. Mai 2003 um 14:35 Uhr geschrieben:
    genauer
    Den Originalartikel gibt´s noch nicht, aber die im voraus veröffentlichten Ergebnisse gibts bei der "Royal Society of Science" (der HP-Link hier führt dahin).
    Kurz: Zumindest Regenbogenforellen haben Nocizeptoren in der Kopfregion und A-delta-Schmerzfasern von dort ausgehend. Im Versuch reagierten die Rezeptoren auf Druck, Temperatur über 40°C und Essigsäure. Die elektrophysiologischen Daten sprechen für eine den Säugetieren und Vögeln analoge Schmerzweiterleitung.

  2. Joffi hat am 10. Mai 2003 um 14:37 Uhr geschrieben:
    Höchst (!) dringliche Verbesserung !
    Da sehe ich gerade: Die Forscher würden glaube ich ziemlich böse sein wenn sie hier läsen sie seien Engländer ! Es sind SCHOTTEN !! ~grins~

  3. Dummtopf hat am 11. Mai 2003 um 13:42 Uhr geschrieben:
    Super Erkenntnis!
    Warum sollten die auch nichts fühlen? Ist doch Schwachsinn! Hauptsache, man hat wieder mal nen Grund Tiere für die Forschung zu Quälen.

  4. Joffi hat am 11. Mai 2003 um 17:56 Uhr geschrieben:
    genau
    Genau, so ist Erkenntnisgewinn auch viel einfacher. Denken wir uns einfach mal aus wie es alles am logischsten und schönsten wär und definieren das als Tatsache. Dann brauch man auch diese lästige Wissenschaft nicht zu betreiben. Sehr geistreicher Kommentar !

  5. Fisch-Sympatisant hat am 13. Mai 2003 um 19:46 Uhr geschrieben:
    Danke für die Verbesserungen...
    Ich hatte den Artikel vor langer Zeit gelesen und deshalb vieles vergessen...(soll absolut und ja garkeine Entschuldigung für mein tödliches Fehlverhalten sein)

  6. holger hat am 17. Mai 2003 um 01:48 Uhr geschrieben:
    nicht so unnötiges Studienergebnis
    Obwohl das Experiment fraglos Fischen Schmerzen zugefügt hat, ist diese Studie keineswegs unnötig gewesen. Unter Anglern, die nur zum Hobby angeln und bestenfalls ihren besten Fang zu Zubereitung und Verzehr in die heimische Küche mitbringen und den Rest des Fangs wieder ins Wasser werfen (und dabei auch noch ein tierfreundliches Gefühl haben), hält sich hartnäckig das Gerücht, Fische spürten keinen Schmerz. Mithin sei damit also allen gedient: Der Angler hatte seinen Spaß und der Fisch seinen Wurm (zumindest, Lebendköder sind heute nicht mehr so in Mode unter Sportanglern, hat er keinen Schaden davongetragen). Daß die Fische teilweise erhebliche Verletzungen davontragen, die oft genug tödlich sind (nicht immer steckt der Haken am Maul, sondern oft in der Speiseröhre oder gar im Magen, außerdem sind Verletzungen stets infektionsanfällig), wird dabei gedankenlos ignoriert. Solche Studien können -- soweit ich mich entsinne, handelt es sich nicht um die erste dieser Art -- vielleicht wenigstens ein paar Angler dazu bewegen, nur so viel Fische zu fangen, wie sie verzehren wollen. Damit wäre mehr Fischen gedient als bei der Studie haben leiden müssen.

  7. Scardinius hat am 10. Dezember 2004 um 15:25 Uhr geschrieben:
    Fischen fühlen keinen „Schmerz“
    Dass Fische Schmerzen spüren können, ist ebenfalls ein Ammenmärchen. Fische besitzen zwar die notwendigen Rezeptoren, doch leider fehlt ihnen im Hirn genau die Region, die bei höheren Wirbeltieren für die Schmerzerkennung notwendig ist.
    Logisch ist, dass Fische etwas spüren müssen, wenn sie beim Fressen gegen einen hartenoder spitzen Gegenstand stoßen oder gar eine giftige Qaulle, Seeanemone usw. berühren.
    Wenn man sich einmal in der Entwicklungsgeschichte der Tiere umschaut stellt man fest, dass es eine Höherentwicklung gibt, angefangen von den so genannten „niederen Tieren“, zu denen bspw. die ganzen Wirbellosen gehören (Angefangen von Einzellern wie Pantoffeltierchen oder Trompetentierchen, bis hin zu Würmern und Insekten). In dieser Entwicklung gibt es auch eine Reihe der Höherentwicklung von Sinnesleistungen: Während Einzeller nur hell/dunkel wahrnehmen findet man Arten mit hervorragenden Gesichtsleistungen bei den Wirbeltieren (Ausnahme: Tintenfische. Sie gehören zu den Mollusken und sind keine Wirbeltiere. Aber diese gleichzeitige Höherentwicklung bei Wirbeltieren und Mollusken ist keine homologe, sondern eine analoge Entwicklung: Tintenfische sind die am höchsten entwickelten Wirbellose).
    Ähnlich verhält es sich mit dem Schmerzempfinden: Selbst der fanatischste Tierschützer wird zugeben müssen, dass niedere Tiere kein Schmerzempfinden haben. Übrigens auch nicht ganz uneigennützig: Was müsste sich so ein Mensch grämen, wenn er nur über die Straße geht und dabei Milliarden von Einzellern (keine Bakterien!) zertritt. Dass niedere Tiere kein Schmerzempfinden haben können, ergibt sich z. B. auch aus der ungeheuren Regenerationsfähigkeit mancher Plattwürmer: Die kann man durch den Mixer drehen, und aus jeder ihrer Zellen entwickelt sich ein neuer Wurm.
    Springen wir zu den Wirbeltieren, so stellen wir auch hier eine Höherentwicklung in allen Bereichen fest: Ganz „unten“ stehen die Chordatiere (Lanzettfischchen), die statt einer Wirbelsäule eine Chorda dorsalis - ein sog. Saitenorgan – besitzen. Anschließend finden wir die Neunaugen, und dann, an 3. Stelle, schon die Fische. Es folgen die Amphibien, die Reptilien mit den Vögeln, und am Ende die Säugetiere mit dem Menschen. Homolg dazu findet auch eine Höherentwcklung des zentralen Nervensystems (ZNS), vulgo: Gehirn, statt. So besitzen die ganz niederen Wirbeltiere ein sehr einfach gebautes, winzige Gehirn, dessen wesntliches Merkmal das völlige Fehlen eines Großhirns ist. Erste Entwicklungsformen dazu sind erst ab dem Amphibienstatus zu erkennen. Wohlgemerkt: Es sind erste Ansätze – mehr nicht! Früher billigte man dem sog. Telencephalon der Fische eine Art „Großhirnstatus“ zu, aber das hat sich als komplett falsch heraus gestellt.
    Aber erst ein Wesen mit einem Großhirn ist im Stande, einen Schmerz auch als solchen zu bewerten. Fische, Amphibien und Reptilien bewerten einen Schmerz nicht. Sie reagieren darauf und weichen der Reizquelle aus. Das aber tut auch schon jedes Pantoffeltierchen, das man mit Essigsäure traktiert. Wer spricht hier von Schmerzen?
    Also: Wo keine Region für das Schmerzempfinden ist, kann auch kein Schmerz wahr genommen werden!
    So weit die naturwissenschaftlich harten Fakten.
    Es gibt aber auch noch eine zweite Methode, dem Phänomen „Schmerz“ auf die Spur zu kommen. Einfach, in dem man jemanden fragt, wann es denn weh tue. Da das bei Tieren nicht geht – hier muss man immer die Reaktion beobachten, macht man das bei Menschen. Und da tun sich bekanntermaßen Abgründe auf: Wo andere schon vor Schmerzen flach liegen, kommen z. B. die Anhänger des Sadomasochismus oft erst so richtig in Fahrt.
    Um es kurz zu machen, denn dieses Posting ist schon viel zu lang: Ob ein Lebewesen Schmerz als solchen empfindet, hängt vom Entwicklungszustand seines ZNS ab. Aber die Schmerzbewertung selbst ist immer subjektiv.
    Grüsslis
    Scardinius, ein Angler!

  8. PetriJünger hat am 06. April 2005 um 13:57 Uhr geschrieben:
    Scandinius sei Dank
    Dachte schon ich müsster der erste sein, der für uns Angler in die Bresche springt

    Sehr gelungener Beitrag, als Biologe stimme ich voll und ganz zu!
    Ein paar Anmerkungen zu den anderen obigen Kommentaren :

    1.) Catch & Release:
    Laut dt. Tierschutzgesetz ist es Tierquälerei einen Fisch nach dem Fang wieder ins Wasser zu setzen, und damit strafbar. Ausnahme sind untermaßige Fische und geschützte Arten.
    Das heißt, wenn ich hier an der Elbe auf Aal (LECKER) angele und einen Brassen (WÜRG) fange, der dank Fachkenntnis und entsprechendem Gerät nur geringfügig verletzt ist und noch ein erfülltes Leben vor sich hat, muß ich ihn trotzdem sofort töten. Essen muß ich ihn nicht, würde auch keiner machen, der es schon mal probiert hat.
    Ist das sinnvoller Tierschutz?

    2.) Angler sind trotz allem Tierschützer. Gerade wir haben ein Interesse an möglichst natubelassenen Seen und Flüssen (schließlich fängt man da) . Das bietet neben Fischen auch zahlreichen anderen Tierarten einen Lebensraum, der oftmals durch menschliche Eingriffe wie Flußbegadigungen etc. zerstört wurde.
    Wenn jetzt einer sagt, konsequenterweise müßte dann auch auf´s Angeln dort verzichtet werden :
    Wer setzt sich dann für den Erhalt der Lebensräume ein? Ohne Interessensforum auch keine Lobby, ohne Lobby passiert nix...

    3.) Tierschutz allgemein.
    Ich find diese vielen Irrtümer sog. Tierfreunde zunehmend belustigend.
    Verzichtet ruhig auf Fisch und Fleisch und glaubt, daß für Eure Milch und Käse keine Kuh sterben muss muß. (Werde ich demnächst hier posten, wenn ich die quelle gefunden hab)
    Und an die Veganer : Wisst Ihr was ihr Eurem Körper mit dieser Mangelernährung antut ? Und was des unser Gesundheitssystem kostet?
    Ich finde einen sensiblen Umgang mit der Natur natürlich sehr begrüßenswert, aber informieren und nicht nachplappern heisst die Devise.

  9. Sandra hat am 14. April 2005 um 21:16 Uhr geschrieben:
    Un....
    Entschuldigts bitte mal aber wenn man euch n Hacken von der größe von nem Anker isn Maul "schleudert" frag ich mich dann: tut das weh???

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