Aleae jactae sunt heißt nicht "Der Würfel ist gefallen"

Erstellt von DerDebattant am 06. Januar 2004 um 21:11 Uhr

"aleae jactae sunt" wird häufig so übersetzt, ist aber der Plural von "alea jacta est".
Letzteres würde "der Würfel ist gefallen heißen".
Ersteres heißt: "die Würfel sind gefallen", was zudem auch die richtige Übersetzung ist.


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Kommentare zu diesem Ammenmärchen (Kommentar schreiben)

  1. DerDebattant hat am 06. Januar 2004 um 21:15 Uhr geschrieben:
    Ups, Quelle vergessen
    Als Quelle kann man jeden beliebigen Menschen nehmen, der in seiner Vergangeheit zum Studium der Lateinischen Sprache gezwungen wurde.
    Oder im unwahrscheinlichen Falle, der er selbst gerne gelernt hat.

  2. JM hat am 08. Januar 2004 um 10:55 Uhr geschrieben:
    nicht einmal Würfel...
    Strenggenommen heisst es: Die Knöchel sind gefallen, da die Römer mit Knöcheln würfelten.

  3. DerDebattant hat am 08. Januar 2004 um 22:28 Uhr geschrieben:
    Diese bösen Römer
    Ja, wenn man es sehr streng auslegt. Mein Lateinlehrer hatte aber zum Glück nur Mundgeruch und keine Strenge.

    Ernsthaft? Mit Knöcheln? Von den in ihren Feldzügen getöteten?
    Wie makaber.

  4. Jeanine Greifswald-Tolleson hat am 10. Januar 2004 um 00:04 Uhr geschrieben:
    Noch strenger genommen
    Noch strenger genommen heisst es: Der Würfel ist geworfen. Der Unterschied ist, dass,wenn der Würfel gefallen ist, das Ergebnis feststeht. Ist er aber geworfen, liegt der Würfel noch nicht in Ruhe, und es kann noch jedes beliebige Ergebnis herauskommen.

  5. fuhq hat am 12. Januar 2004 um 17:37 Uhr geschrieben:
    iacere = werfen.
    ich denke, dass die Übersetzung mit werfen sowieso besser passt, da Caesar als er den Rubicon überschritt noch nichts vom Ausgang wusste.

  6. DerDebattant hat am 14. Januar 2004 um 23:48 Uhr geschrieben:
    Nicht schlecht
    Ihr habt mir mal wieder bewiesen, warum mein Lateinlehrer damals das zu mir sagte, was er zu mir sagte.
    Das, was er sagte, soll hier aber nicht gesagt werden.
    Immerhin hatte ich mit dem Tempus recht und allein diese Tatsache macht mich bereits ein Stückchen glücklicher.
    ;)

  7. spekulatius hat am 20. Januar 2004 um 18:38 Uhr geschrieben:
    oha...
    Was für tolle intellektuelle Menschen sich hier herumtreiben.
    Latein ist wohl auch so eine Art Statussymbol, richtig?
    Ich finde es persönlich allerdings wichtiger, dass man erstmal die deutsche Sprache beherrscht (sofern man Deutscher ist... klar...).

  8. DerDebattant hat am 21. Januar 2004 um 20:56 Uhr geschrieben:
    @Spekulatius
    Nein, Herr Weihnachtsgebäck.
    Latein ist mitnichten ein Statussymbol, sondern viel eher eine einer Vielzahl von Schülern aufgezwungene Qual, in deren Verlauf sich der überwiegende Anteil jener der Tatsache bewußt wird, wie wesentlich wichtiger es gewesen wäre statt dessen eine notwendige Sprache wie z.B. Französisch zu wählen.

    Sofern man ihnen überhaupt die Wahl ließ.

    Und was die Deutsche Sprache im Allgemeinen anbelangt:

    nirgends, Herr Weihnachtsgebäck, ist sie so akzentfrei wie in geschriebener Form.
    Ich bin mir sicher, dass nur wenige Personen die hier Einträge tätigen, tatsächlich der Urform der Hochdeutschen Sprache mächtig sind.
    Ich schließe mich da ein, da ich seit Jahren im Kölner bzw. Bergischen Raum lebe und dort vieles gesprochen wird, aber mit Sicherheit kein Hochdeutsch.
    Wenn man davon ausgeht, kann man Ihnen aber dennoch nicht zustimmen, denn erstens sollten auch jene Menschen, die NICHT die deutsche Staatsangehörigkeit haben fähig sein Deutsch zu sprechen, sie sollten es aber zweitens zumindest insofern können, als dass sie sich durch die Verwendung in die Lage versetzen sich zu verständigen. Mehr muss man anfangs nicht von ihnen verlangen.

    Sie aber sprechen von "können" im Sinne von "beherrschen" und setzten sich damit auf dieselbe Stufe herab, auf die Sie jene erheben, denen sie Elitarismus allein der Auseinandersetzung mit der Lateinischen Sprache wegen unterstellen.

  9. joko hat am 26. Januar 2004 um 13:47 Uhr geschrieben:
    am strengsten genommen ...
    Der Caesar war ja ein gebildeter Mann und als solcher verwendete er die Sprache der Gebildeten, und das war GRIECHISCH. Demzufolge sagte er gar nichts mit "Alea" oder "Aleae", sondern "Ho Kybos anerifto" (zur allgemeinen Lesbarkeit verwende ich eine phonetische Schrift, nicht das griech, Alphabet), und das heißt "Der Würfel möge geworfen sein". Dieser Spruch paßt auch am besten zur Situation, weil der Ausgang seiner Handlung gänzlich unbekannt war.

    Wer seinen Spruch ver-lateinisiert hat, weiss ich nicht.

  10. Claus hat am 26. Januar 2004 um 21:34 Uhr geschrieben:
    Korrekt!
    Korrekt müßte die Übersetzung des griechischen Originals in Lateinische heißen:

    Alea iacta esto.
    Der Würfel soll gefallen sein.

    Und NEIN:
    Lateinkenntnisse sind kein Zeichen von Angeberei, sondern von einer klassischen Bildung. Und Bildung zu haben ist per se gut!

  11. Lux hat am 10. Februar 2004 um 15:02 Uhr geschrieben:
    Wieso latein lernen...
    Ich zu meiner Zeit habe Latein in der Schule lernen MÜSSEN! Aber dies hatte nichts mit ev. späteren Sprachkenntnissen oder gar Statussymbolen zu tun, sondern schlicht damit, dass man durch's latein büffeln halt lernt, richtig zu lernen.

    Glaubt mir. Danach fiel mir das lernen aller "trockener" Materien viiiiiiiel leichter.

  12. Ani hat am 14. März 2004 um 04:47 Uhr geschrieben:
    Ultra posse nemo obligatur
    Es kann schon sein, daß es sinnvoller wäre, lieber Französisch zu lernen. Ich muß aber leider feststellen, daß man nach zwei Sätze weiß, ob jemand Latein hatte oder nicht. Ich kenne keinen Neusprachler, der auf dem Gymnasium wirklich Französisch gelernt hat. Aber selbst ein schlechter Lateiner weiß, daß das Leben kurz ist und kann wenigsten die fünf Satzglieder aufzählen.
    Außerdem ist es eine Verwechslung: Das Gymnasium ist eine Bildungsstätte, keine Ausbildungsstätte. Hier wird die Persönlichkeit gebildet und nicht irgendwelche Fähigkeiten, die dann nur mittelmäßig beherrscht werden.
    Keiner von denen, die Latein verteufeln, hat jemals Latein beherrscht. Das ist sicher eine Frage des persönlichen Talents, das Latein kann gar nichts dafür. Man schafft ja auch nicht die Relativitätstheorie ab, nur weil man sie nicht versteht oder vermeintlich nicht braucht. Was man in latein lernt, braucht alle zwei Sekunden. Das merken die Ungebildeten aber in ihrem Geplapper nicht.

    PS: Die Frage des Numerus würde ich nicht weiter verfolgen. Der Pluralgebrauch in den altindogermanischen Sprachen unterscheidet sich von denen der modernen Sprachen. Das würdest Du wahrscheinlich spüren, wenn Du gut Latein könntest.

  13. Ani hat am 14. März 2004 um 04:50 Uhr geschrieben:
    Ultra posse nemo obligatur
    Es kann schon sein, daß es sinnvoller wäre, lieber Französisch zu lernen. Ich muß aber leider feststellen, daß man nach zwei Sätze weiß, ob jemand Latein hatte oder nicht. Ich kenne keinen Neusprachler, der auf dem Gymnasium wirklich Französisch gelernt hat. Aber selbst ein schlechter Lateiner weiß, daß das Leben kurz ist und kann wenigsten die fünf Satzglieder aufzählen.
    Außerdem ist es eine Verwechslung: Das Gymnasium ist eine Bildungsstätte, keine Ausbildungsstätte. Hier wird die Persönlichkeit gebildet und nicht irgendwelche Fähigkeiten, die dann nur mittelmäßig beherrscht werden.
    Keiner von denen, die Latein verteufeln, hat jemals Latein gut beherrscht. Das ist sicher eine Frage des persönlichen Talents, das Lateinische kann gar nichts dafür. Man schafft ja auch nicht die Relativitätstheorie ab, nur weil man sie nicht versteht oder vermeintlich nicht braucht. Was man in Latein lernt, braucht man alle zwei Sekunden. Wer dann später nicht mal solide Grammatikgrundkenntnisse hat und nicht Französisch sprechen kann, sollte lieber ruhig sein. Das merken die Ungebildeten aber in ihrem Geplapper nicht.

    PS: Die Frage des Numerus würde ich so nicht weiter verfolgen. Der Pluralgebrauch in den altindogermanischen Sprachen unterscheidet sich von denen der modernen Sprachen. Das würdest Du wahrscheinlich spüren, wenn Du gut Latein könntest.

  14. Groovemonkey hat am 27. April 2004 um 20:44 Uhr geschrieben:
    Asterix & Obelix
    Ist es nicht sogar so, dass Ceasar diesen Satz nie so gesagt hat, sondern, dass es ihm lediglich von Uderzo (dem Erfinder von Asterix & Obelix) in den Mund gelegt wurde?

  15. weißnich hat am 08. September 2004 um 22:29 Uhr geschrieben:
    egal
    an debattant, an speku...
    irgendwie seid ihr beide nicht ganz sauber.
    allein der name des debattanten sagt doch : mir gehts nicht um fakten sondern um quasseln.
    andererseits hat sie ( er) {warum wohl nicht anders rum} irgendwo recht.
    wer in deutschland lebt sollte ein wenig die deutsche sprache sprechen, nicht beherrschen, und nicht verlangen, dass die deutschen sich in seiner sprache üben um ihn zu verstehen; andererseits hat auch das weihnachtsgebäck (sehr gemein von einem quasseler, den spekulatius giebt es auch zu ostern und war vom namensnehmer wohl eher im sinne von beobachten gemeint) nicht so unrecht, denn wer überhaupt zu Latein etwas zu sagen hat ist in gewisser weise schon elitär, es sei denn sagen wurde mit plappern verwechselt.
    na ja wird schon viel quark gelabert in diesem "Netz"

  16. ElitärersuperStrebermitLateinkenntnissen hat am 06. April 2005 um 16:28 Uhr geschrieben:
    @Spekulatius
    So, daß ist jetzt das erste Mal daß ich gegen die Netiquette verstosse:

    Mit der Sprache hast Du doch selber Probleme, lieber Spekulatius.
    Deinem Kommentar nach zu urteilen müßtest Du nämlich SPACKOlatius heissen......

    Ich zumindest hab Latein nicht freiwillig gelernt, gibt aber auch schlimmeres im Leben wie z.B. Mundgeruch und Bro´Sis ;-)

  17. Abzess hat am 02. Juni 2005 um 10:46 Uhr geschrieben:
    @joko
    Das war Plutarch. (Übrigens ein Grieche...) ;-))

  18. Abzess hat am 02. Juni 2005 um 11:04 Uhr geschrieben:
    Latein
    An alle, die sich fragen, wozu man Latein lernen sollte: Wenn jemand nur ein bisschen Latein kann, sollte er in der Lage sein, sich auch französische, spanische und italienische Texte zu übersetzen. Zumindest dem Sinn nach...
    Und das ist im "geeinten" Europa eine brauchbare Fähigkeit.
    P.S. Es gibt kein "reines" Deutsch. Es ist die Sprache eines gallo-romanisch kelto-slawischen Mischvolks mit indogermanischen Wurzeln und skandinavischen Einsprengseln.
    Ceterum censeo: Meum est propositum in tabernam mori!

  19. Nordlicht hat am 25. Juli 2005 um 14:08 Uhr geschrieben:
    indoeuropäisch
    wer Sprachen studiert, muß sich auch irgendwann mit der Entwicklung der Worte seit dem Indogermanischen oder wie man heute lieber sagt indoeuropäischen beschäftigen. Dann merkt man, daß latein und griechisch in einer Kette von mit einander mehr oder weniger direkt verwandten Sprachen nur eine Station ist. Unsere heutige Sprache mit ihrer Fülle an Fremdwörten, wäre ohne das Lateinische, das ja bis ins 19.JH. hinein Lehrsprache an den Unis war, eine ganz andere. Viele Fremdwörter kommen zu uns über das Französische oder Englische, können aber doch ihren lateinischen oder griechischen Ursprung oft nicht leugnen.


    Jeder muß eben seine Knochen selber ins Spiel werfen; auch wenn man ja nach wie vor den Ausgang nicht weiß; nur die Würfel sind heutzutage aus Kunststoff..

  20. Prospero hat am 11. August 2005 um 14:39 Uhr geschrieben:
    werft den wuerfel!
    also das mit dem gebildeten mann hat mir am besten gefallen (caesar).
    schliesslich hat friedrich der grosse auch lieber franzoesisch gesprochen.
    und caesar soll eben seinen lieblingskomoediendichter menandros zitiert
    haben (ein grieche): "anerriphtho kybos!" , "werft den wuerfel hoch!"
    oder "hoch sei der wuerfel geworfen!"

  21. Horschdi hat am 02. Oktober 2005 um 12:49 Uhr geschrieben:
    und weitere ...
    Volvo heißt "ich rolle"
    Omnibus heißt "für alle"
    rebus (-Rätsel) heißt "durch das Ding"
    ...
    sooovieeel Latein; wer hätte das gedacht.

    und vielleicht weiß noch einer mal die WÖRTLICHE Übersetzung für das ebenfalls bekannte "quod licet jovi non licet bovi". Ich weiß nämlich nicht, von welchem Wort "jovi" welche Form ist.

  22. heureka47 hat am 18. März 2009 um 13:59 Uhr geschrieben:
    ...und "audi" heißt "Horch" - Lateinisierung einer Auto-Marke...

  23. Latein LK hat am 26. Mai 2011 um 19:27 Uhr geschrieben:
    Sooo ich schlate mich hier auch mal ein.
    Laut Sueton: Divus Iulius, sagte Caesar "Iacta alea est.".
    Übersetzt bedeutet es weder "Die Würfel wurden gewofen" noch "der Würfel ist gefallen" oder eine andere Kombination, sondern "Geworfen ist der Würfel"
    Es wäre auch unnütz es auf griechisch zu sagen, denn seine Soldaten hätten es nicht verstanden.

    Desweiteren: Latein ist keine sinnlose Sprache. Ich habe Latein gewählt, weil ich
    1. Keine schwulklingende Sprache sprechen mag
    2. Ich den Egoismus der gemeinen französischen Bevölkerung nicht mah
    3. Latein logisch, strukturell und deutlich aufgebaut ist. (anders als Französisch)
    4. Ich mit Latein persönlich mehr anfangen kann (Naturwissenschaften)

  24. Lateinerin hat am 14. Juni 2011 um 05:47 Uhr geschrieben:
    Laut Appion hat Caesar den Ausspruch aber schon auf Griechisch getätigt. Es wird explizit formuliert, dass er es griechisch sagte. Ob seine Untergebenen es verstanden oder nicht, wer weiß, vielleicht konnten sie ja auch Griechisch sprechen. Aber korrekt ist die Übersetzung der LATEINISCHEN Phrase "Alea iacta est" mit "Die Würfel/Das Würfelspiel sind/ist geworfen." Alea ist zwar Singular, aber es bedeutet Würfelspiel, was auch mit Würfeln (Plural) übersetzt werden kann. Ob Caesar es überhaupt gesagt hat und in welcher Sprache ist sowieso nur Spekulation.

    @Horschdi Der Satz lässt sich mit „Was dem Jupiter erlaubt ist, ist dem Ochsen nicht erlaubt“ übersetzen. Wie Du wahrscheinlich feststellen wirst ist das Wort jovi (oder altlatein iovi) eine Form von Iovis was Jupiter bedeutet.

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